WM 2014 – Ein Zwischenfazit

Alto Belli präsentiert:

herausragende drei

 

I. Die herausragenden drei Enttäuschungen:

Die WM 2014 zeigt, dass der internationale Spitzenfußball immer weiter zusammenrückt. Es gibt kaum noch „Kleine“ bei so einer Endrunde. Die leidtragenden sind die vermeintlich „Großen“, die sich immer öfter schwer tun, straucheln oder sogar bereits in der Vorrunde ausscheiden.

 

bronze

Portugal

Wundertaten und den WM-Titel habe ich zwar nicht erwartet, aber dass ein sehr knapper Sieg gegen Ghana das einzige richtige Erfolgserlebnis der Portugiesen sein sollte, hatte ich auch nicht auf dem Zettel. Nach der Lehrstunde gegen Deutschland, blieben die Südeuropäer auch im zweiten Gruppenspiel mehr als blass. Dass es überhaupt zu einem Punkt gegen die USA reichte, verdankten sie einem mehr als glücklichen Last-Minute Treffer in der 95. Minute. In Brasilien hat sich einmal mehr bestätigt, wie abhängig Portugal von Cristiano Ronaldo ist. Ist er nicht in Form, läuft ziemlich wenig. Zur Verteidigung der Portugiesen lässt sich immerhin die unglückliche Verletzung von Linksverteidiger Coentrao anführen. Er ist auf seiner Position einfach nicht zu ersetzen. Auch die rote Karte für Pepe stellte eine erhebliche Schwächung des Teams dar – aber da ist er ja selber dran schuld.

 

silber

Italien

Italien galt in den letzten Jahren als extrem unangenehmer Gegner und auch dieses Jahr als heißer Kandidat auf das Halbfinale. Die Defensive stand auch in Brasilien gut. Daran lag es nicht, dass die Squadra Azura bereits nach der Vorrunde den Heimweg antritt. Das Problem war bei diesem Turnier ganz klar die offensive. Den Italienern fehlte es an Ideen, an Kreativität, an Tempowechseln (an Tempo allgemein natürlich auch) und an überraschenden Momenten. Von dieser Kritik ist Andrea Pirlo auszuschließen. Wenn ein Angriff gefährlich wurde, dann lief er über den 35-jährigen. Leider ist der Maestro physisch nicht mehr auf dem gleichen, hohen Niveau wie technisch. Auf eine geniale Aktion ließ Pirlo so gut wie immer eine Kunstpause folgen. Neben Pirlo erreichte nur ein weiterer Offensivspieler der Italiener ansatzweise internationale Klasse: Mario Balotelli. Außer diesen beiden konnte bei den Italiener niemand für Gefahr sorgen – zu wenig fürs Weiterkommen!

 

gold

Spanien

Klar Platz 1 kann nur an die Spanier gehen. Vor der WM als Titelfavorit gehandelt, fanden sie absolut nicht ins Turnier. Eine ausführliche Analyse zum Ausscheiden Spaniens gibt es hier.

 

 

 

II. Die herausragenden drei Überraschungen:

 

bronze

Kolumbien

Kolumbien spielt vielleicht den mitreißendsten, spektakulärsten Fußball bei diesem Turnier. Mit James Rodriguez, der seit gestern auch die Torjägerliste anführt, steht einer der überragenden Spieler im Kader der Cafeteros. Ich habe den Kolumbianern aber auch schon im Vorfeld des Turniers das Erreichen des Viertelfinales zugetraut. Dass sie das jetzt auf diese eindrucksvolle Art und Weise umsetzen ist aber durchaus überraschend. Deshalb Platz 3 in dieser Kategorie.

 

silber

Griechenland

Nach dem ernüchternden 0:3 beim Auftakt gegen Kolumbien wurden die Griechen verspottet, nach dem darauf folgenden 0:0 gegen Japan bereits totgesagt. Keiner rechnete damit, doch dann kamen sie zurück. Im letzten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste mussten Griechenland unbedingt gewinnen, um noch weiter zu kommen. Die Hellenen waren sich ihrer Situation bewusst und lieferten tatsächlich eine gute Leistung ab. Sie gingen verdient in Führung, mussten jedoch den Ausgleich hinnehmen. Dann kam die 92. Minute: Samaras wird im Strafraum zu Fall gebracht, ein unstrittiger Elfmeter. Griechenland bekommt doch noch die Chance auf das Weiterkommen. Der gefoulte schießt selbst, trifft und wird zum Helden. Die Gefühlswelt der Griechen wird nach dieser Szene völlig durcheinander gewirbelt, wie dieser Ausschnitt aus einem Interview mit Linksverteidiger Holebas beweist.

 

gold

Costa Rica

Der erste Platz in dieser Rangliste ist meiner Meinung nach völlig unstrittig. Er geht an das Team aus Costa Rica. Die Ticos stehen bei ihrer vierten WM-Teilnahme erst zum zweiten Mal nach 1990 im Achtelfinale. Allein das ist schon überraschend genug. Noch eindrucksvoller ist es, dass sie als Gruppenerster in die KO-Runde einziehen und zwar vor den Weltmeistern aus Uruguay, Italien und England. Chapeau!

 

 

III. Die herausragenden drei Momente:

bronze

Suarez-Biss

Leider kein schöner Moment, aber fehlen darf er in dieser Rangliste auch nicht: Luis Suarez beißt bereits zum dritten Mal in seiner Karriere einen Gegenspieler. Das Opfer war in diesem Fall Italien Giorgio Chiellini. Kein WM-Moment trat eine größere Debatte in den Medien los als dieser. Hier ein paar Reaktionen auf Twitter:

suarez1

suarez2

suarez3

suarez4

silber

Der Rekord-Klose

Auch aus deutscher Sicht gab es einen herausragenden Moment zu bejubeln. Immer wenn im Vorfeld der WM über die Nationalelf diskutiert wurde, fiel zwangsläufig auch der Name Klose. Miro hatte in Brasilien die Chance Geschichte zu schreiben und nutzte diese auch. Zusammen mit Ronaldo ist er jetzt der erfolgreichste WM-Torschütze aller Zeiten. Noch dazu war es ein extrem wichtiges Tor, dass Klose diesen Rekord bescherte. Ohne ihn hätten Jogis Jungs das Spiel gegen Ghana wohl verloren und es wäre noch einmal richtig spannend in der Gruppe G geworden. So stehen wir im Achtelfinale und Klose hat hoffentlich noch mehrere Spiele Zeit um Ronaldo komplett zu überholen.

 

gold

The flying dutchmen

Das wohl schönste Tor dieser WM bisher erzielte der Holländer Robin van Persie. Erst die geniale Flanke von Daley Blind kurz hinter der Mittellinie und dann…es lässt sich mit Worten kaum beschreiben.

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